The Heat Is On – Florida Tagebuch

Der Großteil unseres A-Teams machte sich am 28. April auf den Weg nach Fort Lauderdale, wo vom 2. bis 4. Mai das Beach Brawl Turnier stattfinden sollte. Das Tournament bot die Gelegenheit gegen Teams aus den Staaten zu spielen und uns für die Division 2-Playoffs zu qualifizieren.

Tampa4 Nach einer Akklimatisierungszeit von zwei Tagen, sonnigen Ausflug in Fort Lauderdale sowie der ein oder anderen Plantsch-Partie im hauseigenen Pool, ging es zu unserer ersten Station dieser Reise: nach Tampa zu den Girls vom Tampa Roller Derby. Das Spiel gegen Tampa, ein sanctioned Bout gegen ein D1-Team, gehörte zu einem unserer härtesten Spiele auf dieser Reise. Nach einer langen Fahrt von Fort Lauderdale nach Tampa ging es nach dem Umziehen in der wahrscheinlich kleinsten Umkleidekabine der Welt und während eines Junior-Derby Turniers zum Aufwärmen. Als das Spiel begonnen hatte, war schnell klar, dass wir gegen die Power der Tampa-Girls an diesem Tag wenig ausrichten konnten. Vielleicht auch ein wenig der ungewohnt hohen Temperatur und einer langen langen Anreise geschuldet. Das Spiel endete mit einem Punktestand von 294 zu 94 für die Tampa-Girls. Trotz der großen Punktedifferenz und dem ein oder anderen geknickten Berliner Gemüt, wurde noch ausgiebig am üppigen Snackstand mit den Tampa-Girls geplauscht. Am gleichen Abend ging es dann wieder zurück. Hier nochmal ein dickes Dankschön an diejenigen, die sich geopfert haben, um uns mit Zahnstochern in den müden Augen wohlbehalten nach Haus zu fahren.

Am 2. Mai war es dann soweit: Das erste Spiel des langersehnten Beach Brawl Tournaments. An dem Turnier nahmen 24 Ligen aus sechs verschiedenen Ländern und drei Kontinenten teil. Das erste Spiel hatten wir gegen die DC Rollergirls zu bestreiten. Schon beim Aufwärmen war klar, dass dies kein leichtes Unterfangen werden wird. Fast alle von uns hatten mit dem ungewohnten Boden zu kämpfen, der ein Plowen anfänglich unmöglich machte. Die erste Hälfte des Spiels war relativ ausgeglichen und so konnten wir mit einem Punkt Vorsprung in die wohlverdiente Halbzeitpause gehen. Die zweite Halbzeit startete mit 49 zu 48, doch leider war es uns nicht möglich den Vorsprung auszubauen. Die DC Rollergirls konnten ihrerseits einige Punkte sammeln und gingen in Führung. Das Spiel endete mit einem 151 zu 117 für die DC Rollergirls.

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Am folgenden Tag trafen wir auf die Damen von Suburbia Roller Derby. Im Gegensatz zum Vortag haben wir besser ins Spiel gefunden. Doch leider haben die Strafbank-Besuche der Berliner Jammerinnen es Suburbia immer wieder ermöglicht, den Punktestand auszugleichen. Zum Ende wurde es so noch einmal richtig spannend. Nach dem letzten Jam und einem inoffiziellen Punktestand von 200 zu 199 für die Berlin Bombshells, wurde nach einer Schiedsrichter-Entscheidung der Endstand nach langem Zittern zu Gunsten von Suburbia geändert. Offiziell endete das Spiel 199 zu 197 für Suburbia Roller Derby.

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Im letzten Spiel waren unsere Gegner die Lokalmatadorinnen, die Gold Coast Derby Grrls. Die vergangenen Tage haben gezeigt: Mit jedem gespielten Bout konnten wir unsere Leistung verbessern. Nach insgesamt zwei anstrengenden Turnier-Tagen und dem Spiel gegen Tampa waren wir am dritten Tag in Bestform und hoch motiviert. Das Spiel gegen die Gold Coast Damen war die gesamte Länge über für Zuschauer wie auch für Spielerinnen nervenaufreibend spannend. Beide Teams haben jeden einzelnen Punkt hart erkämpft und jeden einzelnen hart verteidigt. Mit einem knappen Unterschied von sechs Punkten konnten wir das Spiel für uns entscheiden: Mit 174 zu 168 für die Berlin Bombshells.

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Der Sieg gegen die Gold Coast Derby Grrls sollte jedoch nicht das letzte Sahnestück an diesem Tag sein. Nach einer kurzen Pause zog es unsere Paulina Pocket, Bee Fattal, Heavy Rotation, Master Blaster und Catherine BeatHer Bones wieder in die Skates und auf den Track. Mit den Besten der anderen Teams aus Europa und Südamerika spielten die fünf im Team International gegen Team USA. Das Kräfteverhältnis im Spiel war zwar eindeutig, genau wie der Endpunktstand von 435 zu 31 zu Gunsten Team USA. Aber dennoch hat Team International unter den begeisterten Fan-Zurufen hart gekämpft und alles gegeben. Sahnestück Nummer drei: Der MVP Award für die beste Jammerin des gesamten Tournaments ging wohlverdient an unsere Master Blaster.

Am folgenden Tag ging es dann nach Palm Beach. Hier nutzten wir die Chance, um mit den Dub City Derby Girls zu trainieren und zu scrimmagen. Nach dieser aufregenden und durchaus erfolgreichen Derby-Woche war es nun an der Zeit Land und Leute kennenzulernen. Ausflüge zum Strand, nach Miami oder die Fahrt mit einem Airboot standen dabei auf der Tagesordnung – Fotos von Alligatoren verstehen sich von selbst. Nach dem einen oder anderen Sonnenbrand, den größten Margarita-Schalen, dem lautesten mexikanischen Restaurant, den wildesten Pool-Schlachten und und und… mussten nach einer wirklich erlebnisreichen und sportlich erfolgreichen Zeit leider die Koffer gepackt werden.

Die Berlin Bombshells danken all denen, die uns so tatkräftig unterstützt und diese Reise erst möglich gemacht haben.goldcoast
Fotos von Duane Baker, Ken LeBleu lebleuphoto.com, Craig Richmonds und Christopher W. Weeks.